Schwarzwaldverein Schiltach und Schenkenzell zu Gast in Bad Liebenzell

Nach 2018 stand nun bereits die 2. Mehrtagestour in Bad Liebenzell für den SWV Schiltach + Schenkenzell auf dem Programm.

Seit einiger Zeit bemühen sich die befreundeten Ortsvereine des SWVs bei gegenseitigen Besuchen um Kooperation und den Aufbau neuer Bekanntschaften. So bieten die historischen wie auch die verschiedenen örtlichen Gegebenheiten des Nördlichen und Mittleren Schwarzwaldes viel Nahrung für einen Erfahrungsaustausch und die jeweiligen landschaftlichen Highlights sind eine willkommene Abwechslung des eigenen Wanderprogrammes.
Gleich nach der Ankunft in Zentrumsnähe in der Nähe des Flusses Nagold war ein Besuch in dem für Europa einmaligen Sophi Park geplant - ein Spaziergang durch die Welt der Philosophie. Eingebettet in eine anmutige Parklandschaft mit Blumenwiesen wird der Besucher in 10 Themenfeldern über eine geistige Brücke zur Philosophie geführt. Philosophen und Denker aus der ganzen Welt, von der Antike bis in die Gegenwart, laden mit ihren dargestellten Weisheiten den Besucher zum Nachdenken und Besinnen ein und sprechen dabei in ihrer anschaulichen Darstellung nicht nur Akademiker an – eine einmalige Botschaft an die Werte des Lebens und kultureller Freiheit.
Der anschließende Spaziergang im schön angelegten Kurpark und die Pause in einem Café waren willkommene Gelegenheit, die vielen Eindrücke im Sophi Park im Gespräch auszutauschen.
Nach der Mittagspause wurde die Schiltacher Gruppe von einem Wanderführer sowie mehrerer Mitglieder des Ortsvereines Bad Liebenzell freundschaftlich empfangen und nach kurzer Fahrt in den Ortsteil Beinberg, einem der besten erhaltenen „Waldhufendörfer Deutschlands“,  wurden die Wanderer auf dem Themenpfad „Siedlerweg“ 1000 Jahre zurück bis an die Anfänge der Besiedlung des Nördlichen Schwarzwaldes entführt. Sehr anschaulich konnte man in mehreren Stationen das harte und entbehrungsreiche Leben der Siedler nachempfinden. Noch heute befinden sich einige dieser typischen Siedlungsformen über viele Generationen hinweg im ursprünglichen Familienbesitz. Schöne Ausblicke in die Talstadt und die Burg Bad Liebenzell luden zum Verweilen ein, während der Wanderführer mit einer Sage um einen Riesen, der hier in  Vorzeit sein Unwesen trieb, einen Beitrag zum Schmunzeln leistete.
Den Ausklang der informativen Wanderung fand die Gruppe bei ausgelassener Stimmung in einer gemütlichen hiesigen Gaststube.
Am nächsten Tag führte die Wander- und Organisationsführerin die Besucher aus Schiltach sowie auch wieder einige Mitglieder des Ortsvereines Bad Liebenzell in den Ortsteil Unterlengenhardt. Bald war auf der Rundtour der geschichtsträchtige „Mahdsbrunnen“ erreicht, ein 3000-Jahre altes Relikt aus der Keltenzeit. Umfangreiche Ausgrabungen legten mehrere größere Steine frei, deren Form Tiere nachbilden. Die Anordnung der Steine sowie der freigelegte Brunnenauslauf in Richtung der Sonne am Mitsommertag legen nahe, dass es sich um einen Ritualplatz gehandelt haben muss.
Nach diesem Exkurs in die Keltenzeit führte die nächste Etappe zur Kapfenhardter Mühle, wo man nach einem gemeinsames Mittagsessen einer exklusive Mühlenführung beiwohnte. Das Korn, noch überwiegend aus natürlichem Anbau der Umgebung, wird auch heute noch nach alter Tradition seit mehreren Generationen ökologisch nachhaltig gemahlen. Der Mühlenbesitzer konnte anschaulich und überzeugend viel Wissenswertes rund um die Herstellung und Qualität des Mehles beitragen.
Auf angenehmen Wegen durch Waldgebiet erreichte die Gruppe die Bahnstation, die die Reisenden zurück nach Bad Liebenzell brachte.
Nach den ersten beiden Tagen mit Ausflügen in die Kultur und Geschichte war nun der 3. Tag dem Wandern gewidmet. Entgegen ursprünglicher Vorhersage mit Gewitter, zeigte sich Petrus gnädig und so präsentierte sich das Wetter doch wanderfreundlich mit Sonnenschein.
Der vom Deutschen Wandersiegel ausgezeichnete Premiumweg startete auf der Hochfläche über Bad Liebenzell und führte an schmucken Häusern mit ihren gepflegten Vorgärten vorbei, über Wiesen und angenehmen Waldwegen um den Ortsteil Oberlengenhardt herum. Das Highlight der leichten Wanderung war der Aussichtspunkt „Zollernblick“ mit herrlichem Ausblick bis zur Schwäbischen Alb. In einem typischen Landgasthof wurde das gemeinsame Mittagsessen eingenommen und bei angeregter Unterhaltung bereits der Gegenbesuch im nächsten Jahr geplant, bevor am Nachmittag die Heimreise für die Schiltacher Gruppe angetreten wurde.

Wandergruppe in Unterlengenhardt
Wandergruppe in Unterlengenhardt


19.8.2019
Karl-Heinz Koch
Schwarzwaldverein Schiltach + Schenkenzell


 

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